Verliebt in sich selbst

4. Juli 2016

Es ist offenbar ein menschliches Urbedürfnis, sich seiner Bedeutung zu vergewissern – allen voran gegenüber den anderen. Und wenn dieses Bedürfnis auf die richtige Technik trifft, dann ist das Ergebnis ein Selfie. Nein nicht nur eines, eine Flut davon. Zumal es schätzungsweise mehr Smartphones als im Einsatz befindliche Zahnbürsten gibt, wird der Nachschub auch nicht ins stocken kommen. Zu den bekannteren Selfies gehört sicher das von Astronaut Aki Hoshide, das er 2012 während eines Spaziergangs im Weltall von sich selbst machte. Ein Jahr später ist Selfie nicht nur Wort des Jahres 2013, sondern auch im Oxford Dictionary aufgenommen. Die gesellschaftliche Integration dieser Form von Ich-Botschaft ist vollbracht – auch wenn sich wie immer bei solchen Trends auch die Geister scheiden. Ein paar schöne Fotos zum Selfie-Wahn hat der Spiegel zusammengestellt. Doch ich finde, ein gewisses Maß an Selbstverliebtheit kann auch atemberaubende und faszinierende Inhalte schaffen. Der Spot von AirDog – treffender Produktname übrigens – zeigt, was ich meine.

Spannend ist hierbei die stetig steigende Zahl an Drohnen. Sowohl im zivilen Einsatz und noch um ein Vielfaches stärker im kommerziellen Bereich. Letztlich macht die Vielfalt der Einsatzmöglichkeiten die Drohnen-Technik so attraktiv. Ein entscheidender Faktor für die gemeine Popularität ist der Preis dieser Geräte, der zunehmend massenkompatibel wird. Und während versucht wird, den notwendigen Regulierungsbedarf zu bedienen, entstehen beinahe jeden Tag neue Ideen. Sinnvolle, absurde, leider auch fragwürdige und manchmal auch schöne. Hier noch eine ältere Idee aus 2012, die noch nicht an Reiz verloren hat.

An dieser Stelle ließe es sich gut so weitermachen und ein Beispiel nach dem anderen bringen, für den Einsatz neuer Technik. Spannender finde ich es, sich bewusst zu machen, dass es auch weiterhin immer wieder neue Technik geben wird. Denn Schrauben, Metallteile, Platinen und Software wird man immer wieder neu kombinieren und daraus neue Technik schaffen. Dennoch wird nicht jede Technik immer gleich und sofort genutzt. Wir müssen erst Wissen darüber aufbauen. Dann kommen wir zur Anwendung von Technik und im besten Fall befriedigt sie ein Bedürfnis oder löst ein Problem. Manchmal sogar eines, von dem wir gar nicht wussten, dass wir es eigentlich haben. Oder wie erklären Sie sich ein Produkt wie das iPhone? Welche Erfindungen und Erkenntnisse am Ende zu einem Produkt wie dem iPhone führen, zeigt die beeindruckende  Infografik von Quartsoft.

iphone_infographic
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Schade nur, dass in der Grafik Tesla nicht auftaucht. Nikola Tesla meine ich. Denn man kann durchaus sagen, dass er schon 1926 die heutige Technik der Smartphones vorhergesagt hat.

…and the instruments through which we shall be able to do this will be amazingly simple compared with our present telephone. A man will be able to carry one in his vest pocket.

Das Zitat stammt aus einem Interview mit dem Collier´s Magazin, das noch andere bemerkenswerte Aussagen enthält, wie der Titel „When Women is Boss“ vermuten lässt. Wer das lesen mag, hier der wiederveröffentlichte Text. Jedenfalls hielt man Tesla zurecht für einen Futuristen und eine Mehrheit stufte ihn vielleicht sogar als Psychopaten ein, weil man sich nicht einfach so auf eine Idee einlassen will. Ich meine, wir urteilen zu schnell, statt neugierig zu bleiben und immer weiter Fragen zu stellen.